Shooting Haus Fühlingen

23. Juli 2009 at 18:22 21 Kommentare

Am Donnerstag Abend sind ich und ein befreundeter Hobbyfotograf (Fotocommunity) zu der baufälligen Ruine Haus Fühlingen gefahren, um diese als Fotolocation zu benutzen. Die Geschichte des Hauses ist nicht ganz eindeutig, mitunter wird sogar behauptet das dort paranormale Vorfälle passiert sind. Die folgenden Daten können abweichend sein, da ich sie durch Recherche im Internet nicht ganz eindeutig rausfinden konnte.
1288 fand in der Fühlinger Heide die Schlacht um Worringen satt. 1.800 Männer sollen dort gefallen sein. 1884 kauft Eduard Freiherr von Oppenheim dort 186 Morgen Land und errichtet dort bis ca. 1888 Haus Fühlingen. Das Anwesend hatte Stallungen, einer Pferderennbahn und eine Reithalle aus einem Stahlkonstrukt. Die übrige Fläche wird zur Futterproduktion genutzt. Es stellt sich heraus, dass der Boden ungeeignet zur Pferdezucht ist. Daher wurden 1907 Gestüt und Pferderennbahn verkauft. 1910 fällt die Pferderennbahn dem Kiesabbau zum Opfer, die Grundlage für den heutigen Fühlinger See wird geschaffen. Der übrige Teil des Gestüts wird agrarwirtschaftlich genutzt. Eigentümer oder Pächter haben in den folgenden Jahren mehrfach gewechselt. Daten und Namen können nicht eindeutig genannt werden.
Zum Ende des 2. Weltkriegs hat im Haus Fühlingen ein Nazirichter gewohnt und Zwangsarbeiter untergebracht. Nach dem Ende des Krieges hat er sich dort das Leben genommen. 1962/63 wurde das komplette Gelände von einer Erbengemeinschaft an die Stadt Köln verkauft. 1967 wurden der inzwischen ungenutzten Seitenflügel und die Reithalle abgerissen, sowie Fenster und Türen der Seitenflügel zugemauert. Etwa bis zum Jahr 2000 wurde noch das Hauptgebäude zu einem kleinen Teil von einer älteren Frau bewohnt, danach efolgte der anhaltende Leerstand und Überlegungen zur Neunutzung. Eine Investorengruppe überlegte dort exklusive Wohnungen zu errichten, doch die Gruppe ging pleite. Um Ostern 2007 hat sich dort im 2. Stock des Haupthauses ein Mann das Leben genommen. Zudem ist auf dem Gelände 1953 ein Lehrer beerdigt worden.
Dieses Haus hat eine deprimierende Geschichte.
An dem Abend als wir da waren, schien die Sonne. Das Haus wirkte freundlich, fast schon einladend. Der Garten ist über und über mit Grün bewachsen, nur ein schmaler platt getrampelter Weg von Neugierigen ermöglicht es, zu der Rückseite des Hauses zu gelangen. Normalerweise sind alle Türen zugemauert, aber diese wurden wieder aufgrbochen. Verbotenerweise sind auch wir ins Innere. Hohe quadratische Räume mit großen, lichtdurchflutenden Fenstern wirken positiv auf mich, gar nicht so düster wie erwartet! Sicher fühlt man sich etwas unsicher, was aber sicher daran liegt, dass das Haus baufällig ist und in einem eigentlich schlimmen Zustand ist. Leider waren auch hier Vandalisten am Werk, Zerstörung und Schmiererei finden sich überall.
Ich finde es sehr bedauerlich, dass so ein schönes Anwesen eine so düstere Geschichte mit sich bringt.
Wie dem auch sei, wir haben dort Fotos gemacht. In der Galerie findet ihr eine Auswahl.

Quelle: Lipinski, Wikipedia, Björn Mus

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Generationenkonflikt 2.0 Wenn dann richtig – Hochzeit!

21 Kommentare Add your own

  • 1. Ich war mal dein Nachbar  |  23. Juli 2009 um 20:35

    Huiiiuiuiuiui, dat lenschen… Immer wieder gut

    Antwort
  • 2. lena22683  |  23. Juli 2009 um 23:11

    Also Leute, was ist denn mit euch los?? In meiner Viewer-Statistik kann ich sehen, dass ihr am meisten auf das letzte Bild in der Galerie klickt! Na na! 😀 hehe

    Antwort
  • 3. Björn  |  24. Juli 2009 um 00:01

    Der Text mit den Bildern zusammen kommt echt stark. Fehlt nur noch das mit der Polizei. *lol* Das ganze in der Gesamtkomposition hat auch gleich zu neuen Ideen angeregt.

    Antwort
    • 4. lena22683  |  24. Juli 2009 um 00:06

      Ah stimmt, das mit der Polizei hab ich gar nicht erwähnt… MMH… soso, neue Ideen! Ich höre … 🙂

      Antwort
  • 5. djharms  |  24. Juli 2009 um 00:07

    schöne Fotos

    Ahoi!

    Antwort
  • 6. Jani  |  24. Juli 2009 um 10:01

    die bilder sind super schön…steh zwar persönlich mehr auf die „schönen“ bilder, aber die „bösen“ haben irgendwie auch was… 🙂 will auch mal so schöne fotos machen 😦

    Antwort
    • 7. lena22683  |  24. Juli 2009 um 10:24

      hehe, dankeschön, ja ich mag auch mehr die schönen Bilder, aber irgendwie passte das halt so zum Haus und witzig war es allemal. Aber wie schon gesagt, das Interessante ist ja, das grade die bösen Bilder am meisten angeklickt werden 😉 komisch komisch …

      Antwort
      • 8. Jani  |  31. Juli 2009 um 16:58

        ich hab alle bilder angeklickt 🙂
        nimm mich mal mit, wenn du wieder ein shooting machst…würd mich sehr interessieren mal dabei zu sein…natürlich nur, wenns dir nix ausmacht… 🙂

  • 9. Jani  |  24. Juli 2009 um 10:13

    ps: was du über haus fühlingen recherchiert hast stimmt! die ältere dame war eine kundin von christophers dad…er hat da zuletzt noch renoviert, weil er ja malermeister ist. es sollen sich nicht nur einmal menschen dort das leben genommen haben und zudem soll es ein beliebter treffpunkt von drogenabhängigen und vor allem auch von leuten, die sich für schwarze magie begeistern sein. ich persönlich finde es schade, dass man ein eigentlich schönes haus, das unter denkmalschutz steht so herunterkommen lassen kann….

    Antwort
    • 10. lena22683  |  24. Juli 2009 um 10:28

      ach herrje, wie klein die Welt doch nun schon wieder ist…
      Ja das mit den Drogenabhängigen hab ich auch gelesen… was auch unheimlich ist, dass der Keller teilweise zugemauert ist, will gar nicht wissen, was da hinter den Mauern ist…
      Aber ich find es auch so schade um das Haus und vorallem dass die Seitenflügel abgerissen wurde. An dem Tag wo wir da waren, war es sehr sonnig und es war einfach richtig idyllisch. Ich hatte schon in Gedanken wieder das Haus saniert und eingerichtet! 🙂 Vllt. hab ich doch das falsche studiert! Hehe

      Antwort
      • 11. Jani  |  31. Juli 2009 um 16:56

        das is alles zugemauert, damit keine ungewollten „eindringlinge“ in das haus kommen, so wie DU 😉 aber du hast recht, wer weiß was sich dort noch so alles verbirgt….

    • 12. peter  |  19. August 2009 um 13:31

      hai jani,

      vor wenigen tagen entdeckte ich per zufall diese villa und war ganz fasziniert.
      habe dann sofort paar pics vom außenbereich gemacht, leider war dann der akku leer, weil meine cam längere zeit ungenutzt blieb.

      ich habe diese außenbilder dann in einer anderen plattform eingestellt, das echo war groß.

      da ich gerne bilder in solchen morbiden bauten, ambiente, hotels usw. mache, komme ich auf deine aussage da oben zurück.
      solltst du an einem fotoshooting interesse haben, so lass es mich wissen.
      gerne würde ich dir dann paar pics von meinen vergangenen serien zeigen. aber erst, wenn wir darüber etwas kommuniziert hätten,

      greeze
      perplexxer

      Antwort
      • 13. lena22683  |  20. August 2009 um 08:51

        Hallo Peter, jetzt bin ich aber neugierig geworden. Wo kann man sich denn deine Bilder vom Haus Fühlingen anschauen? Du kannst hier ruhig die Seite nennen, ich habe da kein Problem mit! 🙂
        lg Lena

  • 14. Tina  |  18. September 2009 um 14:08

    Hey,
    war eben erst am Haus Fühlingen und kann vielleicht ein paar dinge noch hinzu fügen.
    Die dame die Dort gelebt hat war die Frau vom Nazi Richter und hieß Alice, sie hat damals auch jugentliche bezahlt dass sie ihre beiden Autos einmauern. In der Garage auf der rechten Seite. 2004 sollte daraus mehrere Wohnungen gemacht werden, aber der besitzer soll mursk gemacht haben, hatte gar keine Investoren. Jetzt will er es vergammeln lassen bis der Verfall den Denkmalschutz außer kraft setzt und er es Abreißen kann. Erstaunlich ist, der Denkmalschutz besteht nur darin das pregnante merkmale (der Grundriss, die Stuckarbeiten, Steinernen Pferdeköpfe etc) erhalten bleiben sollen. Also ein ziemlicher freibrief für einen neu Anfang für Haus Fühlingen. Nur leider gönnt das wohl keiner diesem Anwehsen. Ist auch wieder neu zugemauert. Zudem, der letzte der sich dort umgebracht hat soll ein 17Jähriger sein, interessanter weiße am gleichen balken im Dachgeschoss wie der Richter. Gruselig, er soll von der Geschichte nichts gewusst haben 😉
    Oh und der Lehrer wurde dort nicht begraben sein, nur sein Grabstein liegt dort zur Ns zeit war Haus Fühlingen ein nacht Lager für Polnische arbeiter, einer dieser Arbeiter fing was mit der Tochter des Hausbesitzers an. Dieser erfuhr es und schlug den Polen halb tot. Übergab ihn den Nazis, die ihn als Wahnmal auf dem Grundstück aufhängten.
    Nach hören sagen soll der Lehrer ein Privatlehrer der gleichen Tochter gewesen sein. Aber ob das stimmt kann ich nicht sagen. Eben nur alles zugelesen.
    Bilder sind schön wirklich schön, hab mich ins Haus noch nie rein getraut.^^

    Liebe grüße
    Tina

    Antwort
    • 15. lena22683  |  18. September 2009 um 21:41

      Hallo Tina,

      danke für deinen super Kommentar. Interessante Informationen sind das! Hab ich mich sehr drüber gefreut! Dass die ältere Dame die Frau von dem Nazirichter war, wusste ich gar nicht, und das mit dem Denkmalschutz ist echt allerhand. Wenn das Haus nicht so eine negative Geschichte hätte würde ich es am liebsten kaufen (wenn ich das Geld hätte)! Ich mag das Haus total gerne. Schade dass auch schon ein Großteil abgerissen wurde, also die beiden Seitenflügel.
      Aber warum wollte die alte Dame eigentlich, dass ihre Autos eingemauert werden?! Komisch komisch alles…

      Antwort
      • 16. Tina  |  20. September 2009 um 12:19

        hallo lena,
        habe auch schon viel drüber nachgedacht wie man dieses haus retten könnte. finde es so wundervoll. und die geschichte? naja, jedes alte haus hat eine geschichte, gerade deshalb finde ich es so schade das es zerfällt. finde es ist ein großes stück menschliche geschichte. sogar architektonisch. zu seiner zeit neu mit einer stahlkonstruierten reithalle. vermute mit meinem vater, dass sie so gebaut wurde um mehr licht ins haupthaus zu lassen, wenn man von hinten drauf sieht, dann sieht man ja das der dachbogen der halle fast das komplette haus abgedeckt hat, und um licht hinein zu lassen nur eine stahlkonstruktion und kein dunkles mauerwerk. zudem die feinheiten, der aufbau der fenster und der gesamte grundriss. würde so gerne mal die baupläne ein besehen. wenn das haus der stadt noch gehören würde wären sie wohl mit dem kölner stadtarchiv verschollen, aber es gehört ja jemanden, habe irgendwo den namen auf meinem rechner (habe viel nachgeforscht 😉 )
        ich denke alice wußte das sie sie nicht mehr brauchen würde und wollte nicht das sie geklaut werden? aber nur eine vermutung. sie soll ja mit 16 an ihren mann verheiratet worden sein. das heißt fast ihr ganzes leben hat sie in haus fühlingen verbracht. denke eine so schlechte aura kann das haus nicht haben wenn eine frau dort freiwillig ihr leben verbringt, selbst nachdem sie nach dem tod ihres mannes hätte gehen können (falls er sie gezwungen hätte zu bleiben)
        und erlich? wenn ich vor dem haus stehe kriege ich eine gänsehaut. es ist geschichte zum erleben. ich finde man spürt förmlich die vielen jahre die es miterlebt hat. und trotz der straßennähe ist es ein so ein der umwelt abgeschnittener ruhiger und wie ich finde friedlicher ort.
        als ich freitag da war ist mir sogar ein eichhörnchen gegens bein gelaufen, hab mich zu tode erschrocken^^

        liebe grüße

  • 17. Petra  |  19. Januar 2010 um 12:36

    Super schöne Bilder! Das schöne Mädchen und das verfallene Haus! Toll in Szene gesetzt!
    Was ist denn nun mit Haus Fühlingen? Kann man so einfach das Grundstück betreten um wenigstens ganz nah am Haus stehen zu dürfen?Oder ist das verboten? Ich meine…nicht ins Haus..nur vor dem Haus…??
    Gruß
    Petra

    Antwort
    • 18. lena22683  |  19. Januar 2010 um 12:48

      Hallo Petra,
      danke für dein Kompliment. Schön, dass dir die Bilder gefallen.
      Das mit dem Haus war damals so, dass man zwar das Grundstück betreten darf, bzw das geduldet wird. Aber ins Haus darf man nicht. Da das Gebäude baufällig und teils marode ist, wurde das auch Sicherheitsgründen verboten. Zudem wurden die Türen und Fenster des Erdgeschosses zu gemauert, um das Eindringen zu verhindern. Es haben sich dort auch oft Obdachlose und Drogenabhängige eingefunden.
      Als wir da waren, war allerdings der zugemauerte Hintereingang schon wieder aufgebrochen… Da wir so neugierig waren, mussten wir dann verbotener Weise reingehen…
      Nachdem wir drinnen Fotos gemacht haben, und wir die Fotos auf der Terrasse am angehen waren, kam dann auch plötzlich ein Polizeibulli auf das Gelände, wir wurden ermahnt, nicht in das Gebäude zu gehen, und wirklich nur draussen Fotos zu machen, das sei ok … 😉
      Naja… ich muss sagen, das echt aufregend, hat Spaß gemacht, weil mal etwas andere Fotos entstanden sind. Wir hatten aber auch gutes Wetter, die Sonnenstrahlen fielen schön in die großen Räume.
      Wie dem auch sei, wenn ihr wirklich in das Gebäude geht, seit vorsichtig, die Treppen sind brüchig, es sind Löcher in den Böden und ab und an fallen Seine und Putz von der Decke.

      Antwort
      • 19. Petra  |  29. Januar 2010 um 19:29

        Hallo Lena
        Lieben Dank für deine Antwort!
        Nein…ich möchte gar nicht in das Haus! Bin Mutter von 2 Kindern…ne, geht gar nicht. Ich möchte einfach nur mal da vor stehen und das Haus auf mich wirken lassen.
        Ich wünsche Dir/Euch weiterhin ganz viel Spass beim Fotografieren…Du bist sehr hübsch..und wenn Du dann auch noch in solch einem alten Gemäuer stehst kommst du noch faszinierender rüber! *großes Lob*
        Mach es gut und danke nochmal für deine Antwort
        L.G.
        Petra

  • 20. Liz Jackson  |  30. August 2010 um 18:42

    Deine Fotos sind wirklich sehr schön, oben Links gefällt mir eigentlich am besten. Hast du schon Mal überlegt als Fotomodel zu arbeiten?

    Antwort
  • […] dort Fotos zu machen. Ich habe euch davon berichtet und die Fotos auf der Gedankenwiese gepostet. (Zum Beitrag) Schon damals stand zur Debatte was mit dem leerstehenden Gut passieren soll. War es zunächst im […]

    Antwort

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